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4 Schritte zur Patentstrategie

 

Mai 2019 | Recherche | Florenus
Für Technologie-Unternehmen ist die Konzipierung einer Patentstrategie ein wichtiger Schritt zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs. Trotzdem entstehen heutzutage viele Patentportfolien zufällig und nicht in Folge der Umsetzung einer zuvor definierten Strategie. Diese Checkliste bietet eine erste Orientierung und konkrete Hilfestellung für die Entwicklung einer Patentstrategie.
 

Schritt I: Ziele des Unternehmens und allg. Ausrichtung der Patentstrategie

Die Umsetzung der verschiedenen Unternehmensziele kann durch den Aufbau und die gezielte Nutzung von Schutzrechten, wie Patenten, erheblich gefördert werden. Ein zugrundeliegendes Konzept hilft dabei das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, die Kosten zu minimieren, und die entsprechenden Unternehmenswerte und Kompetenzen Stück für Stück aufzubauen.

  • Aufzählung der Unternehmensziele
  • Aufzählung aller Beteiligten (Mitbewerber, Zulieferer, Kunden, etc.)
  • Ausblick über Entwicklung der Technologien/Produktlinien im Unternehmen und im Markt
  • Festlegung der Verwendungsform des Patentportfolios
    • Offensiv – Generierung zusätzlicher Einnahmen, Durchsetzung, etc.
    • Defensiv – Schutz der eigenen Lösung, Gegenklage
    • Marketing – Branchen Know-how, Einzigartigkeit, etc.

 

Schritt II: Kompetenz-Team

Die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung einer Patentstrategie involviert zwangsläufig Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen. Beispielsweise können Ingenieure die technologische Neuheit einer Lösung oder deren zukünftige Entwicklung am besten beurteilen.
Wichtig: Das Team sollte sich darüber im klaren sein, dass die Umsetzung einer Patentstrategie Geduld und gewissenhaftes Vorgehen erfordert. Sobald ein Team zusammengestellt wurde, kann (je nach Wissensstand der Mitglieder) eine Schulung zur Vertiefung der Kenntnisse im Bereich (gewerbliche) Schutzrechte hilfreich sein.

  • Identifikation von Personal aus Management, Finanzen, Entwicklung und Innovation
  • Alternativ: Statt ein internes Team aufzubauen, kann es zielführender sein
    • Externe Dienstleister zu beauftragen
    • ein Team aufzubauen, dass durch externen Dienstleister unterstützt wird

Tipp: Insbesondere bei der externen Analyse und Recherche von Patenten und Stand der Technik (siehe Schritt III: Analyse) kann sich die Einbindung externer Dienstleister als ressourcenschonend erweisen.
 

Schritt III: Analyse

(intern)

  • Identifizierung und Einteilung vorhandener Schutzrechte (inkl. nicht registrierter Rechte, wie Urheberrecht)
  • Identifizierung von Lösungen (Technologien / Produkten / Methoden), die geistiges Eigentum inkludieren
  • Identifizierung der Märkte für vorhandene Schutzrechte
  • Restverwertungsdauer der Lösungen mit geistigem Eigentum
  • Identifikation des geistigen Eigentums, das patentiert werden kann
  • Abschätzung der Kosten für verschiedene Patentierungsszenarien
  • Abschätzung der möglichen Verwertungs- inkl. Lizenzierungseinnahmen

(extern)

  • Suche nach Patenten, im möglichen oder vorhanden Schutzbereich eigener Lösungen
  • Abschätzung möglicher entstehender Kosten, z.B. durch Schutzrechtsverletzungen

 

Schritt IV: Festlegung & Umsetzung

Ziel dieser Phase ist der Aufbau strukturierter Prozesse für die Anmeldung, Verwaltung und Verwertung der Patente.

  • Festlegung von Zielen, die sich einerseits an der allgemeinen Ausrichtung (offensive, defensiv, etc.), sowie an den Analyse-Ergebnissen orientieren
  • Umsetzung