Patentstrategie für Tech-Startups
Florenus |     +49 89 61203762 |    info@florenus.com |    c/o SR Huebner    Prinzregentenplatz 11    81675 München    

Patentstrategie für Tech-Startups

 

Juli 2020 | Strategie | Florenus

Das Umfeld eines Tech-Startups hat erheblichen Einfluss auf die Patentstrategie. Denn in den meisten Fällen müssen sich Tech-Startups am Markt gegen etablierte Unternehmen durchsetzen. Dabei wird oft eine defensive Patentstrategie verfolgt. Das könnte sich allerdings als Nachteil erweisen...
 

Große Tech-Unternehmen verfügen über umfangreiche Patentportfolien. Sie melden beispielsweise kontinuierlich viele Patenten an. Diese Grafik zeigt einige der aktivsten Anmelder im Jahr 2019.

 

Patentstrategie für Tech-Startups
Quelle: Statista 2019

 

Durch die große Zahl an Patenten entstehen Pattsituationen zwischen etablierten Unternehmen. Deswegen gibt es allerlei Übereinkünfte, um einerseits Rechtunsicherheiten - und andererseits die enormen Kosten von Gerichtsverfahren zu vermeiden. Beispiele hierfür sind: Patentpools, Kreuzlizenzen und Bürgschaften.

Auf diese Weise gelingt es den großen Unternehmen die Märkte unter sich aufzuteilen. Gleichzeitig erschweren sie neuen Unternehmen den Zugang zum Markt erheblich. Diese verfügen nämlich nicht über die entsprechende Verhandlungsbasis. Aktuelle Studien verdeutlichen diesen Umstand:


Mehreren Studien zufolge ist die Wahrscheinlichkeit in Bezug auf Patentverletzung angeklagt zu werden für kleine Unternehmen höher.


In der Regel birgt die Strategie der großen Unternehmen aber auch Nachteile. Um den Zeit– und Kostenaufwand zu begrenzen gehen die Unternehmen bewusst Kompromisse ein. Insbesondere in Bezug auf die Qualität der Patente. Hier werden beispielsweise Pauschalverträge mit Patentanwaltskanzleien geschlossen. Diese unterbieten sich gegenseitig, um lukrative Dauerauftrag zu erhalten.

Außerdem zielt diese Strategie in erster Linie darauf ab, das Risiko zu verringern und Marktanteile zu schützen. Im Gegensatz zu Tech-Startups, die ihren Umsatz durch Innovative Technologien steigern wollen.Die Unternehmen haben also eine eher defensive Haltung, während Startups nicht über zu schützende Marktanteile verfügen.

Tech-Startups vertrauen daher auf ihre Fähigkeit zukünftige Marktanteile zu monetarisieren – also ihren Marktanteil aktiv zu steigern. Dabei Spielen 2 Faktoren eine wichtige Rolle.

  1. sollte das Startup Markteintritts-Blockaden umgehen. Dies kann beispielsweise durch den Kauf oder die Lizenzierung von Patenten oder eigene defensive Veröffentlichungen erfolgen
  2. sollte das Startup in der Lage sein sich eine eigene Markt-Domäne zu sichern- hier spielen Patente eine entscheidende Rolle.


Im Gegensatz zu großen Unternehmen, die ihre Marktanteile durch großen Patentportfolien sichern, setzen Startups ihren Fokus auf einzelne Patente, die sorgfältig auf ihre Gültigkeit und Durchsetzbarkeit geprüft wurden.


Um diese Tech-Startup Patentstrategie erfolgreich durchzusetzen, müssen die Patente in jedem Fall vor Gericht durchsetzbar sein. Dementsprechend sollten der jeweilige Patentanwalt alle hierfür nötigen Ressourcen und Unterstützung erhalten. Der Fokus sollte auf wenige essenzielle Patente gesetzt werden. Hierfür ist eine kontinuierliche und regelmäßige Kommunikation zwischen dem Startup und dem Patentanwalt nötig.

Sinnvoll ist auch die Zusammenarbeit mit Kanzleien oder Anwälten, die Erfahrung in der Durchsetzung von Patenten haben, und das Startup längerfristig in der Entwicklung eines Patentpotfolios mit substanziellem Schutzumfang begleiten können.